Vaucluse

Die Vaucluse zählt mit einer Gesamtfläche von 3'567 km zu den kleineren Departementen in Frankeich. Avignon, die and der Rhonegelegene Hauptstadt hat etwas weniger als 100'000 Einwohner und ist ehemaliger Sitz der Päpste. Noch heute kann man prachtvoll erhaltene Gebäudebeim Papstpalast und am darunter liegenden grossen Platz bestaunen.Die mittlealterliche Altstadt ist auch heute
noch von mächtigen Stadtmauern umgeben. Einen schönen Überblick über die Stadt, die Rhone und die Umgebung können Sie von der Terrasse im Park auf der Nordseite des Papstpalasts geniessen. Von dort sind auch die Ueberreste der berühmten und besungenen Pont Saint-Bénezet ("Sur le pont d'Avignon . . .")zu sehen. Der Ursprung dieses "weltweit" bekannten Kinderliedes war ein früherer Spottgesang, weil Teile der Brücke einem Hochwasser im Mittelalter nicht stand hielten.
Mont Ventoux: Dieser markante und mit annähernd 2000 MüM von weit her sichtbare Berg gilt als König
und Wahrzeichen der Provence und als Mekka und Herausforderung für ambitionierte Radfahrer. Bei idealen Sichtbedingungen ist er einer der wenigen Orte, von wo gleichzeitig Sicht in die Hochalpen, die Pyrenäen und das Mittelmeer möglich ist. Der Berg ist durch eine von Mitte/Ende Mai bis Wintereinbruch befahrbare Strasse erschlossen und wird alljährlich von zig-tausenden Besuchern erklommen. Der oberste Teil des Ventoux ist "nackt" und von weissem Kalkschotter bedeckt, was den Eindruck erweckt, er wäre das ganze Jahr über mit Schnee bedeckt. DIes ist die Folge der im Mittelalter stattgefundenen kompletten Abholzung am Mont Ventoux.
Fontaine de Vaucluse: Eine der grössten, wenn nicht die grösste, und ergiebigste Wasserquelle Europas.
Die Hauptquelle sieht aus wie ein Teich und ist am Fuss einer senkrechten, 230 Meter hohen Felswand und bildet das obere Ende eines mehr als 300 Meter in die Tiefe reichenden Syphons. Zu Spitzenzeiten während der Schneeschmelze ergiessen sich aus der Sorgue-Quelle bis zu 90 Kubimeter Wasser pro Sekunde und bringt das oberste Hauptquellbecken zum Ueberlaufen. Während trockeneren Zeiten sieht man dort einen ein paar Meter tiefer liegenden stillen Teich, während die Sorgue dann ausschliesslich aus weiter unten neben dem Bachbett gelegenen Nebenquellen gespiesen wird. Die Fontaine de Vaucluse entwässert ein Gebiet von ca. 1'100 Kmē südlich des Mont Ventoux, der Monts de Vaucluse und der Montagnes de Lure.
Luberon: Bei Roussilon, ein paar Km östlich von Apt, befinden sich die berühmten Ockersteinbrüche des "Colorado Provencal" die in früheren Jahrzehnten für mannigfaltige Zwecke verwendet wurden.
Nebst Ockerfarbpigmentlieferant dienten sie zu den Notzeiten während der Weltkriege im vergangenen Jahrhundert u.A. auch als Streckmittel für Schokolade, Kakaogetränke usw. Heute werden Sie vor allem von Touristen und von Hobbyfotografen für pittoreske Bildthemen besucht. Die kommerzielle Nutzung wurde schon vor einigen Jahrzehnten eingestellt. Vor sich hin rostende Eisengussrohre und Wasserpumpen sind stille Zeugen dieser vergangenen Epoche in den Ockersteinbrüchen.
Weinbau: AOC Anbaugebietsnamen wie Gigondas, Vacqueyras, Château-neuf-du-Pape, Baumes-de-Venise müssen in den Ohren von Weinkennern wie Nymphengesang klingen! Dort werden u.A. Spitzenweine gekeltert, die einen Vergleich mit renommierten Weinanbaugebieten nicht zu scheuen brauchen. Gigondas, Vacqueyras und Baumes-de-Venise gruppieren sich um das westliche Ende der Dentelles-de-Montmirail, einem markanten Ausläufer des Mont Ventoux. Zahlreiche Caveaus (Weinkellereien mit Direktverkauf) laden zur Degustation.
Richerenches: Hauptort der schwarzen Trüffel ein paar Kilometer südlich von Valréas. Hier findet während der Trüffelsaison von November bis Ende März i.d.R. jeden Samstag ein Markt mit den begehrten Köstlichkeiten statt. Im Januar findet auch das von Peter Mayle beschriebene alljährliche Trüffelfestival statt.
